Sonntag, 30. Juli 2017

HENNES ELEVEN Pedro

Pedro
Pedro Eliezer Rodríguez Ledesma

In der 82. Minute wurde es laut. 86.000 Kehlen skandierten in schneller Abfolge seinen Namen. Die Kurzform!
Luis Enrique wechselte den Außenstürmer für Rafinha ein. Barca führte denkbar knapp gegen Real Sociedad. Zuvor waren schon Busquets und Iniesta in die Partie gekommen, auch nicht gerade unbeliebte Spieler. Doch Pedro, das war zu spüren, hat einen ganz besonderen Stein im Brett der Katalanen.

Drei Minuten später schrieb dann der Fußball eine weitere, ach so eigene Geschichte.
Luis Suarez hatte freie Bahn im halblinken Mittelfeld. 
Ich würde ja gern schreiben, dass er sich da durchbeißen musste, aber er hatte so freies Spiel wie Anthony Hopkins in Schweigen der Lämmer.
Mit der rechten Innenseite spielt er den Ball schnittig halbhoch auf den Elfmeterpunkt, genau durchs Abwehrdreiek Sociedads hindurch. Der im Rücken des Dreiecks mitgelaufene Messi erreicht den Ball nicht ganz, daher lässt er ihn durch den Strafraum, hinter den Fünfmeterraum rollen. Dort nimmt er ihn an und spielt zum durchgelaufenen Suarez zurück. Ein Abwehrspieler bekommt seinen Fuß noch an den Ball und will die Kugel direkt aus dem Strafraum ballern. Allerding schießt er dabei, aus kürzester Distanz, Suarez Hacke an.
Der Ball springt hoch an den Elfmeterpunkt, wo mittlerweile Pedro nachgerückt ist. Er dreht sich mit dem Rücken zum Tor, wartet noch den Bruchteil einer Sekunde, bevor er abspringt und den Ball knallhart per Fallrückzieher, zentral über den jungen Keeper Geronimo Rulli hinweg ins Tornetz hämmert.
Ab da war die Party in Gange!

86.000 Fußball-Gourmets ließen ihrer Freude freien Lauf. Eine Druckwelle aus Begeisterung legte sich wie eine Glaskuppe über diesen atemberaubenden Fußballtempel. Sowas sieht man selbst hier nicht alle vierzehn Tage.
Am Ende der Saison hatte der FC Barcelona alle Titel im Sack. Meisterschaft, Pokalsieg, Champions League. Klar zu erkennen war, dass dies auch an der mannschaftlichen Geschlossenheit lag. Selbstredend sind das alles Ausnahmekönner beim FC Barcelona. Jedoch sehen die Kader von einem Dutzend Mannschaften in Europa –ich halte hier den Effzeh noch raus- ähnlich aus.
Für den Erfolg ist mannschaftliche Geschlossenheit unabdingbar. Natürlich kannst du einen tollen Teamgeist haben und trotzdem nichts gewinnen. Du kannst aber nichts gewinnen ohne Teamgeist. Mir fällt ad hoc kein zerstrittener Champion ein.

Für ihren 1,67 großen Pedro freuten sich alle. Mitspieler, Reservespieler, Trainer- und Betreuerteam. Pedro war nicht immer Stammkraft, aber dem Verein 11 Jahre treu. Als 17 Jähriger kam er 2004 zu Barca und schoss zunächst einmal die B-Mannschaft eine Liga höher. Zum Ende der Saison ´14/´15 zog es den Welt- und Europameister Spaniens heraus aus dem Schatten von Suarez, Neymar und Messi. Die Premier League in Form des Chelsea F.C. lockte den beidfüßigen Außenstürmer. Dort stehen, für den seit vorgestern 30 Jährigen, 13 Tore und 11 Vorlagen in 43 Spielen zu Buche. Gute Quote, dazu amtierender Meister. Zeitgleich muss sich der FC Barcelona wieder etwas mehr strecken, um mit den königlichen aus Madrid Schritt zu halten. Aber auch dieses Blatt wird sich wieder wenden. Ist ja immer noch Fußball.


 Fallrückzieher Pedro

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Neuverpflichtung:

7. November 2017