Montag, 30. Oktober 2017

HENNES BUNDESLIGA 10. Spieltag


10. Spieltag
Abgrundtiefüberflüssig

Jetzt hat es wohl auch der Letzte - also ich - begriffen: Der FC spielt dieses Jahr nur noch um den Klassenerhalt, von mir aus bis zum Schluss, sprich Relegation.
Wat willste maache?
1:2 verloren, gegen die Glyphosatbusters von Bayer 04.
10 Spiele, 2 Punkte, sieglos.
Ernüchternd. Im wahrsten Wortsinn.
Am Vorabend feierte ein Freund Geburtstag und Aufbruch. Ein halbes Jahr will er reisen. Auf die andere Erdhalbkugel, weg vom rheinischen Schmuddelwinter, ab in den Frühling, hinein in den Sommer. Grund genug für ein gemeinsames Fest, dessen Afterhour Samstagnachmittag, auf dem Sofa des letztens erst erwähnten Werder Bremen Fans stattfand.
Fußball als Katerfrühstück. Zur Halbzeit erholt, zum Ende ernüchtert.
Heute Abend geht es dann nach Wuppertal. Im Café Swane stellt der Liedermacher und FC Leidensgenosse Bastian Wadenpohl sein neues Album vor. Es trägt den herrlich larmoyanten Titel "abrundtiefüberflüssig". Am Ende hat der Barde vom Rheinkilometer 713, damit schon den Soundtrack zum Saisonverlauf des 1. FC Köln gegeben.

Volldampf vorraus, et jeht d'r Rhing eraff. 



Montag, 23. Oktober 2017

HENNES RATLOS Jörg Schmadtke

9. Spieltag
Paukenschlag

23.10.2017 18:46 h

Jörg Schmadtke und der 1. FC Köln trennen sich.
Das'n Ding.
Dann erstmal Danke Jörg!
Spürbar anders...




HENNES BUNDESLIGA 9. Spieltag

9. Spieltag
Gast im eigenen Haus

Samstagmittag nach Oberhausen gefahren. Die Ausstellung "Wunder der Natur" lockte in den Gasometer. In seinem 100 Meter hohen Luftraum hängt eine Kugel, 20 Meter im Durchmesser. Hochauflösende bewegte Satellitenbilder werden auf sie projiziert, so dass eine monumentale Skulptur der Erde entsteht. Der Planet als Ganzes lässt die Probleme im Kleinen vergessen. Egal ob man gechillt von unten hinauf, oder spektakulär aus hundert Metern Höhe drauf schaut. Astronautenblick als Perspektivenwechsel.
So was Ähnliches hatte ich dann auch am Sonntag vor. Warum nicht mal ein Heimspiel aus dem Gästeblock heraus schauen? Mein Freund und Werder Bremen Fan Arne machte es möglich. In seinem Gefolge waren zwei Karten für den Oberrang - Gästeblock Nord - frei geworden.
So war ich Sonntag Mittag zu Gast im eigenen Haus.
Bestimmt auch deshalb blieb es bei mir, während der 90 Minuten bei lediglich einem Wutausbruch. In der Schlussviertelstunde, als Koka Rausch lieber noch'n Hacken schlug, als Doppelpass mit Timo Handwerker zu spielen. "Die janze Saison jeht der mir schon auf'n Sack!", informierte ich ungefragt die norddeutsche Gesellschaft. "Jetzt kannst du dich bei dem bedanken, dass ihr nicht noch verloren habt!" feixte mein Platznachbar, nach Rauschs Rettungstat in der Nachspielzeit. Da hatte ich mich grad von der vergebenen Großchance Guirassys erholt. Wie kann man diesen Ball nicht rein machen? Ich weiß es nicht! Die jetzt einsehbare Doktorarbeit Stephen Hawkings - schrieb der Streber mit 24! - wird wohl leichter zu verstehen sein.
0:0 am Ende. Wir stehen da wie ein Absteiger. Wir spielen aber nicht so! Daher hält unsere Geduld noch immer der Probe stand. Für mich ist es eh zu früh, um auf die Tabelle zu schauen. Wenn man nicht bei Sky arbeitet, ist sowas vor dem 10. Spieltag sinnlos. Darauf einigte sich unsere Viererrunde in Arnes Wohnzimmer, eine gute Stunde nach Abpfiff. Bei Pulp Fiction "Big Kahuna" Burgern und stillem Wasser. Stögers Spielanalyse, das Spiel sei etwas für Vegetarier gewesen, bekam so noch ihren ganz eigenen Nachgeschmack.


Man lernt immer wieder neue Ecken kennen.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

HENNES ELEVEN Hans Schäfer

Hans Schäfer
90. Geburtstag

In der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre, hatte mein Bruder irgend so eine 'Hits des Jahres' Schallplatte.
Es war die Zeit der ersten Techno Remixe. In eine dieser "Bum Bum, Its Its"-Nummern war der Radiokommentar vom WM Finale 1954 eingebettet.
"Sechs Minuten noch, Wankdorfstadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder. Bozsik, immer wieder Boszik, der rechte Läufer der Ungarn, am Ball. Er hat den Ball verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt! Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt! Tor, Tor, Tor, Tor!"
Diese Stelle hörte ich wieder und wieder. Die Stimme Herbert Zimmermanns wurde für mich zur Zeitmaschine, in eine nie gekannte Welt. Bis die Plattennadel abbrach und mein Bruder mich fortan vom Plattenspieler fernhielt.
Hans Schäfer wurde für mich ein Begriff. Ich sog alles in mich auf, was rückblickend über diese WM berichtet wurde. Diese schwarz weißen Geschichten faszinierten mich. Von Helden und Wundern war die Rede. Als Kind muss man da noch nicht viel Begeisterung abziehen.
Jahre später stand ein schriftliches Schulreferat an, nach einem Besuch im Haus der Geschichte, Bonn. Aus den Themen der Ausstellung konnten wir frei wählen. RAF Terror und Mauerfall ließ ich links liegen und widmete mich lieber der WM 54. Dem Gewinn des ersten deutschen Weltmeistertitels war eine recht kleine Nische im Museum zugeteilt. Auch dort erschallte die Stimme Zimmermanns in Endlosschleife.
Ich weiß noch, dass wir die Referate nach den Osterferien wiederbekamen. Meine, mir nicht immer wohl gesonnene, Lehrerin schüttelte, ob meiner um die achtzig Seiten dick geratenen Arbeit, nur den Kopf. "Ich habe meinem Mann dein Referat zur Lektüre gegeben. Er kann das besser bewerten als ich. Würdest du dir die Mühe mal bei meinen Themen geben!" Ja gut, aber was waren schon ihre Themen gegen das Wunder von Bern? Die eins war dann allerdings schon ein kleiner Grund zur Freude. Genau wie die Vorstellung ihrer womöglich genervten Reaktion, auf den Lobgesang ihres Mannes auf mich, diesem ständig abgelenkten, zum Unfug bereiten Zappelphilipp.
Heute wird Hans Schäfer 90. Herzlichen Glückwunsch! Mein schönster Moment mit ihm ist nachzulesen im HENNES ELEVEN Matthias Scherz Text. Dieser leise Moment ist mir wertvoller als jedes laute Wort. Festgehalten nur in meiner Erinnerung, nicht auf digitalem Speicher.  Zum Geburtstag wünscht er sich einen FC Sieg bei BATE Baryssau, heute Abend beim Kölsch. Tut ihm den Gefallen! Prost Weltmeister!

Heiter bis wolkig. Hans Schäfer, 1. FC Köln

Hörprobe. Auch Fußballlaien sollten ein Herz haben.
Herbert Zimmermann - Fußballweltmeisterschaft 1954 Finale

Bildquelle: Pfeil, imago/Herbert Bucco 

Montag, 16. Oktober 2017

HENNES ELEVEN Ewald Lienen NACHTRAG

HENNES ELEVEN Ewald Lienen
Nachtrag

Ein uralter Aktenordner fiel mir gerade zufällig in die Hände. Auf der Innenseite klebte die Anzeige, von der ich im HENNES ELEVEN Ewald Lienen Text erzähle. Gefällt mir immer noch ausgesprochen gut. Müsste aus der Saison 2000/2001 stammen.

HENNES BUNDESLIGA 8. Spieltag

8. Spieltag

"Was ist das für ein seltsamer historischer Augenblick? Es ist eine Zeit, wo der Boden – der vor Kurzem noch ziemlich stabil wirkte, wo Saatzeit auf Erntezeit folgte und ein Geburtstag auf den nächsten und so weiter – wo dieser Boden unter unseren Füßen wankt, ein mächtiger Wind bläst und wir nicht mehr genau wissen, wo wir sind. Wir wissen auch nicht mehr genau, wer wir sind. Wem gehört das Gesicht da im Spiegel? Warum wachsen uns Fangzähne? Erst gestern noch waren wir von so viel gutem Willen und Hoffnung beseelt. Und jetzt?"

Aus der Dankesrede von Margaret Atwoods, zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2017.


An den 1. FC Köln hat sie ganz sicher nicht gedacht, ich aber.

Montag, 2. Oktober 2017

HENNES BUNDESLIGA 7. Spieltag

7.Spieltag
Sehr viel rot und einmal blau

Tausende von Male bin ich an dieser Gobelinstickerei vorbei gegangen, achtlos. Ohne hinter seine Bedeutung zu kommen. Wie konnte ich auch? Dieses Bild - aus der kulturellen Blütezeit der Niederlande -  weist uns eine Szene, die sich erst über dreihundert Jahre später -annähernd so- zutragen sollte.
Genauer gesagt Anfang letzter Woche.
Im Vordergrund geputzt und parat gestellt: die roten Europapokal Schluppen von Peter Stöger.
Im Bild Hintergrund sitzend: Jörg Schmadtke inkognito, das Tablet durchforstend auf der Suche nach der Nummer von Claudio Pizarro.

Der 38-jährige wurde aus dem Ruhestand zurückgeholt und hat eine Menge Hoffnung mitgebracht. Da ist ja jeder Kölner höchst empfänglich für. Die jüngste 1:2 Niederlage gegen die roten Bullen aus Leipzig, war spielerisch zumindest schon mal die schönste Niederlage der Saison.
Vermutlich stellt sogar die Werder Bremen Fan Kneipe "Flotte" in Köln, das Programm um. Werder ohne Ton auf dem Nebenschirm, dafür auf der Hauptleinwand Pizarro, der den FC - vorbei an Werder - zum Klassenerhalt ballert. Einer ihrer Stammgäste schrieb mir schon, "Fett! Dann gehe ich immer zum Geißbockheim Pizarro gucken!" So gewinnt man neue Wählerschichten.
Wo wir gerade eh bei Rot sind. Unter der Woche hat der FC ja 0:1 gegen Roter Stern Belgrad verloren. Die erste Hälfte war zum Vergessen. Das Beste war noch der Kabänes, den der freundliche Rentner vom Nebentisch auf seinen Deckel anstreichen ließ. Wir waren ähnlicher Auffassung über das jeweilige Steigerungspotenzial von Spielern und Kellnern. In Hälfte zwei liefen dann Spieler und Kellner besser. Dreimal Aluminium, das Tor von Roter Stern blieb vernagelt. Der Kellner wurde schneller, ich wurde blauer. Am Ende war ich mir sicher ein gutes Spiel gesehen zu haben. Europäisch überwintern wird jetzt schwierig, dann sollten wir die letzten vier Spiele lieber weiterhin genießen. Sieglos, da lege ich mich fest, werden wir das Abenteuer nicht beenden.

Sieglos beendet wurde dafür, nach dem Zaster gegen Zaster Event in Paris, das Werkeln von Carlo Ancelotti beim FC Bayern. Ich bin kein großer Prophet, wenn ich denke Tuchel wird ihn erfolgreich beerben. Zwischen ihm und den Machern bei Borussia Dortmund hat es menschlich nicht geklappt, dann müsste er sich doch mit den Bayern Bossen bestens verstehen.

Verstehen? Ach ja! Apropos.
Zum Videoassistenten mag ich mich diese Woche nicht äußern. Ich mache heute mal mit beim medialen Gentlemen's Agreement, beide Augen zuzudrücken. Damit ist doch genug gesagt. Ansonsten nochmal leise Hertha - Bayern gucken.
Der andere running Gag tritt Gerüchen zu Folge, seinen Gang in die Mottenkiste an. Es ist soweit! Trommelwirbel. Der Eurosport Player scheint einwandfrei seinen Dienst zu tun. Ja dann, dann ist ja fast wieder alles ganz normal...in diesem unserem Lande.


Dä Pizza kütt. Gleich klingelt's!


Neuverpflichtung:

7. November 2017