Montag, 25. September 2017

HENNES BUNDESLIGA 6. Spieltag

6. Spieltag

Leverkusen - Hamburg 3 : 0
Hannover - Köln 0 : 0
Dortmund - Mönchengladbach 6 : 1
Stuttgart - Augsburg 0 : 0
Mainz - Berlin 1 : 0
Bremen - Freiburg 0 : 0
Hoffenheim - Schalke 2 : 0
Leipzig - Frankfurt 2 : 1
München - Wolfsburg 2 : 2
Die Ergebnisse müssen erstmal sacken.
Kommt gut in die Woche.



Donnerstag, 21. September 2017

HENNES BUNDESLIGA 5. Spieltag

5. Spieltag
Englische Woche


Zum letzten Spieltag fällt mir heute auch nicht mehr ein, als gestern Abend.






Wenn dann am Ende der Bayer 04 Fan, den FC Fan mit Verweis auf Borussia Mönchengladbach zu trösten versucht, ist im Grunde alles gesagt.

Montag, 18. September 2017

HENNES BUNDESLIGA 4. Spieltag

4.Spieltag
"Die Kölner sind schlechte Verlierer!"

Wer so argumentiert, dessen Verstand ist durchs Gewinnen auch nicht groß gewachsen, Herr Watzke.
Was war passiert? Dortmunds Tor zum 2:0 war irregulär. Der Schiedsrichter hatte die Partie unterbrochen, bevor der Ball die Torlinie überquerte. Der Videoassistent entschied, dass zu unrecht unterbrochen wurde.
Statt mit Schiedsrichterball fortzufahren wurde der nach dem Pfiff erzielte Treffer anerkannt. Jetzt legen die Kölner Protest gegen die Spielwertung ein, es droht ein Wiederholungsspiel. Natürlich passt dies den Dortmundern nicht. Die Kölner protestieren aber nicht gegen sie, sondern gegen die Entscheidung des Videoassistenten. Seit der da ist geht es doch drunter und drüber. Der Schiedsrichter büßt sichtlich an Autorität ein und auch Schiedsrichterassistenten werden zögerlicher in ihren Abseitsbewertungen.

Ich würde mir da etwas mehr Solidarität wünschen. Eine Liga ist auch eine Solidargemeinschaft. Stattdessen fällt dem übermächtigen Gegner nichts Besseres ein, als auf den doppelten Klassenunterschied hinzuweisen und den Mitstreiter abzukanzeln. Das war der eigentliche Klassenunterschied.

Donnerstag Fußball gesehen? Köln in London! Was sind wir geile Verlierer!
Ich hatte Peter Stöger eigentlich in lachsfarbenem Neapolitaner-Schnitten-Anzug erwartet. Stattdessen werbefreier dunkler Zwirn. Seine knallroten Lederschuh hielten meine Enttäuschung aber in Grenzen. Ein Tag später steckte mir ein Kumpel, die Schuhe waren ein Geschenk von Jörg Schmadtke an das Trainerteam. Sensationell, passend zum Gürtel.
Bis zu Hectors Verletzung waren alle Kölner sensationell. Beim 1:0 merkte ich zum ersten Mal, was es für einen Spaß macht den Namen "CÒRDOBA!" zu brüllen. Gebt dem Jungen alle Zeit, der wird schon noch ein paar Buden machen. Das Tor von Alexis Sanchez zur Arsenal Führung, war auch nicht schlecht, ähnlich wie Samstag Anton Fink für den KSC gegen die Sportfreunde Lotte, in Liga drei. Kurzum, Donnerstag hat es Spaß gemacht der Mannschaft beim Wachsen zuzusehen. "Eines hat der Abend schon mal gebracht, ich weiß jetzt dass alle meine Nachbarn FC-Fans sind! War fast wie im Stadion...", schrieb mir ein kürzlich innerhalb Kölns umgezogener Freund nach Spielschluss. Grüße an der Stelle, auf gute Nachbarschaft!

Mein Wochenende verbrachte ich im Mündungsdelta von Rhein, Maas und Schelde, in der niederländischen Provinz Zeeland.
Hier brachte heftiger Niederschlag den Spielbetrieb durcheinander. Ich sah live ein paar Minuten des Cupspiels V.V. Serooskerke gegen  V.V. Zuidland. Kick and rush statt football total, 1:1 am Ende. Abends dann nach Ewigkeiten mal wieder Sportschau geschaut, ohne vorab die Ergebnisse zu kennen.
"Voll gut das so zu gucken. Ist total spannend, ohne das Langweilige zwischendurch. Kannst du doch immer so machen!" Ich höre wohl was die schöne Frau neben mir sagt, allein verstehen kann ich es nicht.
Sonntag Abend während des FC Spiels stand ich dann im Stau. Geschenkt für mehr Zeit am Meer. Anfang der zweiten Hälfte ist dann mein Highspeed-Volumen aufgebraucht, die WDR 2 App versagt ihren Dienst, die Geißbocklaute der FC App halten mich auf dem Laufenden. Mäh, mäh, mäh, 5:0. Die Fahrerin singt Britney Speers im höllandischen Radio mit. Hoffentlich spielen die gleich nicht noch Aqua, denke ich bevor ich einpenne und erst hinter Aachen wieder wach werde.

Kick'n'Out: V.V. Serooskerke - V.V. Zuidland 


Bildquelle oben: Aufkleber auf Mülltonne, Rastplatz irgendwo in Holland

Montag, 11. September 2017

HENNES BUNDESLIGA 3. Spieltag

3. Spieltag
In Hessen, zwischen Bonn und Homs

"Meinem Vater ist das schon zu blöd, sich das Ding da jetzt anzuschaffen, weil er auch nicht weiß, wie das mit dem Internet funktioniert. Wo soll das hinführen?"
Vermutlich dahin, dass Markus Gisdol nächsten Freitag nicht mit nach Hannover fährt um seinen HSV zu coachen, sondern daheim beim Papa verzweifelt versucht, den Eurosport Player ans Laufen zu bekommen. Bleibt zu hoffen, dass Pál Dárdais Vater mehr Glück hat, wenn er Sonntagmittag seinem Sohn bei der Arbeit in Hoffenheim zusehen mag. Ich vermute jedoch, dass der ungarische Bundesliga Anbieter die Sache besser im Griff hat.

Ich verbrachte den größten Teil des Wochenendes im tiefsten Hessen, zwischen Bad Harzberg und Fulda. Ebenfalls eine recht wackelige Internetgegend. Zum recherchieren syrischer Foltermethoden des al-Assad Regimes, reichte der Empfang jedoch aus. Der Regisseur Anis Hamdoun leitete einen Workshop mit dem  - nicht auf seinem Mist gewachsenen - Titel: Diversity, Antirassismus, vorurteilsbewusste Bildung/Erziehung und Empowerment durch Theater.

Meine Befürchtung in die graue, trockene Welt der Theorien abzurutschen, bewahrheitete sich nicht. Anis erzählte uns zunächst von seinen Erlebnissen im syrischen Bürgerkrieg. Von der Schreckensherrschaft al-Assads, dessen Vater bereits in den 60er Jahren Naziverbrecher aus Deutschland einkaufte, um ein System der Folter und der Angst aufzubauen. Fußballstadien werden missbraucht um Menschen zusammenzutreiben, niederzuknüppeln und zu verhaften. Gefängnisse gleichen mittelalterlichen Folterkammern. Kann man alles nachlesen, mühelos mit ein paar Klicks. Es aus erster Hand zu hören, lässt einen mit geweiteten, feuchten Augen und offenem Mund dasitzen.
Anis drückt dabei nicht auf die Tränendrüse, er führt über die Leichtigkeit in die Tiefe. Optisch gleicht er, seitdem ihm Granatsplitter sein linkes Auge nahmen, Kapitän Langstrumpf aus Astrid Lindgrens Pipi Filmen. Piratenaugenklappe, zum Pferdeschwanz gebundene schwarze lockige Haare, massiger Körper und als Kontrast, eine sanfte helle Stimme.
Bis zur Mittagspause waren wir alle ziemlich bedient.
Ich bin erstmal eine Runde im Wald spazieren gegangen, das musste sacken. Zeitgleich verabredeten sich Freunde in einer WhatsApp Gruppe zum Regionalliga West Spiel, Bonner SC - SG Wattenscheid 09 (1:1). Wäre ich auch gerne dabei gewesen, aber die 300 km nach Bonn am Rhein, erschienen mir viel weiter als die 3000 nach Homs in Syrien.
Dass Anis Hamdoun ein exzellenter Regisseur ist, erlebte ich am Nachmittag. Er übertrug seine Lebensfreude scheinbar mühelos auf uns. Eine kurze Theaterszene sollte gebaut werden, aus dem geschilderten und recherchierten Horror des Vormittags.
Wir gingen es surreal an.
Kurz vor der Hinrichtung wird ein bestens aufgelegter Gefangener von einem noch viel besser gelaunten Talkshowmoderator interviewt. Überraschungsgäste tauchen auf. Der ebenfalls inhaftierte beste Freund freut sich, auf die zu erwartende zusätzliche Olive zum Abendbrot. Die Ehefrau kommt aus dem Frauentrakt herüber, es entsteht ein lebhaftes Quizduell, wer von beiden die größte Folter über sich ergehen lassen musste. Wir einigen uns auf Unentschieden. Nachdem die Eltern sich ein letztes Mal unter Vorwürfen verabschieden, erbittet sich der Gefangene einen Moment für sich. Er setzt sich in Position, zeitgleich mit den Henkern kommen alle Figuren zurück auf die Bühne, verdecken summend den Todgeweihten, öffnen die Reihen wieder und durch das Spalier der Menschen, fällt der Blick auf einen leeren umgekippten Stuhl.
Nur mit dieser Verdrehung war es uns möglich zu spielen und zu erzählen. Beim Applaus sah ich in die Gesichter unserer zuschauenden Kolleginnen und Kollegen. Weite glasige Augen. Der Klos war aus unserem Hals, in ihre Hälse gewandert.
Ich wollte eigentlich hier heute noch zwei kleine Gags verarbeiten. Zum Effzeh etwa in die Richtung, wenn die Trikots schon nicht zur Hose passen, fehlt vorne das Zwingende und hinten die Klarheit.
Zu Bibiana Steinhaus etwas in die Richtung, Glückwunsch zum einwandfreien 253. Einsatz als Schiedsrichterin. Es kam am Wochenende irgendwie der Verdacht auf, sie mache das zum ersten Mal.
Aber Fußball ist manchmal auch gar nicht so wichtig. Geht lieber übernächsten Sonntag an die Wahlurne. Hier in Deutschland kostet das nur Zeit und nicht das Leben. Außerdem sollten diejenigen die niemals kapieren werden, wer wann und warum ein Recht auf unsere Hilfe und unsere Heimat hat, zahlenmäßig so klein bleiben wie sie im Herzen kalt sind.
Ich melde mich wieder wenn der FC in London gespielt hat.
Arsèn knows vs. Pitter weiß et!


Mit Jalal Mando (rot) haben wir auch noch telefoniert. Seine Geschichte erzählte er 2016 welt.de. Hier der Link:

Samstag, 2. September 2017

HENNES TURNIERE WM Qualifikation

WM Russland 2018 Qualifikationsspiel
Tschechien - Deutschland 1:2 Praha, Eden Aréna

Die gesamte letzte Woche habe ich in
Sachsen - Anhalt verbracht.
Vor knapp tausend Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielte ich zusammen mit zwei Kolleginnen und vier Kollegen ein Präventionstheaterstück zum Thema Gewalt. Zehn Auftritte in verschiedenen Städten von Montag bis Freitag.
Erst im letzten Viertel des Stückes lösen wir auf, dass wir Schauspieler sind. Das Projekt lebt von und durch seine Authentizität. Verschiedene Figuren berichten über ihre Erfahrungen mit Gewalt. Ich spiele einen Neonazi, der sich selbst als Opfer begreift und sein kaltherziges brutales Handeln über eine nationalstaatliche Ideologie legitimiert. Jeden Tag zweimal 75 Minuten die Nazifassaden aufrecht erhalten! Bei allem Spaß - danach will ich jedes Mal schnellstens duschen, den Schmutz abwaschen und als ich selbst wieder auftauchen.

Freitagabend hatte ich dann erstmal das Bedürfnis mit Freunden abzuhängen. Beruf, Berufung hin oder her. Ich hätte auch meine Liebe zu einer Ausstellungseröffnung begleiten können. Aber Nonsense und ein schlechtes Fußballspiel ziehe ich noch immer gerne Kunst & Kultur vor. Das ist der ewige Bauer in mir. Grüße an der Stelle!
"Is et nit herrlich!", rufe ich beim Betreten des Raumes aus, "endlich mal wieder Fußball ohne Videobeweis!" "Da können sich die Jüngeren schon gar nicht mehr dran erinnern!" "Kinder was waren das noch für Zeiten!", entgegnen meine Freunde.
Die Vorberichte auf RTeLend schenken wir uns zu gunsten der neuen PES Demo. Eine Sache wird sich scheinbar nie ändern. Für meine mit Konsolen in den Händen geborenen Freunde, werde ich bei dieser Freizeitunterhaltung immer Fallobst bleiben. Wenigsten bringt sie meine unkonventionelle Spielweise nach wie vor in zwischenzeitliche Verzweiflung.
Die umtreibt scheinbar auch den Kommentator des Länderspiels. Da die Mannschaft nicht 5:0 nach 50 Minuten führt verweigert er sich mehr und mehr, das Spiel als das zu sehen was es ist. Ein ganz normales Fußballspiel. Hunderttausendmal gesehen. Eine Mannschaft ist überlegen, macht das zweite Tor nicht, der Gegner fuchst sich in die Partie, erzwingt mit Leidenschaft den Ausgleich, der Favorit bleibt cool, erzielt mit Können, Willen und Geschick das 2:1. Wo ist das Problem?
Dafür kommentiert er leidenschaftlich unkritisch, diesen glatzköpfigen Vierkantschlüsselkopf, der seine Solarium Uschi im Stadion fotografiert. Auch mal Grüße an die Wichser in der Regie! Wen habt ihr da ins Bild genommen? Den möchte ich nicht als Nachbar haben! Schäm dich RiTeLl!

Dafür hat der Leverkusener Julian Brandt ab sofort einen fetten Stein in meinem Brett. Der Bubi macht sein Maul auf, gegen diese verfickten Nazisprechchöre im Stadion. Hut ab Jung, willkommen im Rheinland!
Für Mats Hummels zählt das auch. Aber bei ihm überraschen mich Aussagen mit Haltung nicht mehr. Weitermachen!
Noch ein paar Worte zu Timo Werner. Den habe ich im März beim Länderspiel gegen England - siehe HENNES ELEVEN Lukas Podolski - erstmals live gesehen. Ich war beeindruckt. Der Typ ist so übelst schnell und hat wirlich alles, was ein Torjäger braucht. Bleibt er verletzungsfrei und klar in der Birne, wird er Deutschlands erfolgreichster Torschütze. Es gibt sicherlich geilere Vereine als seinen aktuellen, aber da wird er auch noch hinkommen. Wir sollten alle mal wieder lernen die sportlichen Dinge einfach und entspannt zu betrachten. Gestern war doch wirklich offensichtlich, dass unsere Probleme nicht auf dem Rasen in den Beinen liegen, sondern auf den Tribünen in den Köpfen sitzen.

Julian Brandt

Willkommen in Deutschland 


Bildquelle: imago/Ulmer

Neuverpflichtung:

7. November 2017